Mobilfunk wirkt auf das Gehirn

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Speziell hervorheben möchten wir folgende zwei Studien:


In der Schweiz wurde vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut eine Studie mit 700 Jugendlichen durchgeführt, um abzuklären, wie sich die Strahlung beim Telefonieren auf das Gehirn auswirkt (Förster et al. 2018). Ein Jahr lang wurde die Handynutzung von Zwölf- bis Siebzehnjährigen ausgewertet. Die Studie mit dem Titel „Eine prospektive Kohortenstudie zur Gedächtnisleistung von Jugendlichen und die individuelle Hirndosis der Mikrowellenfelder durch Funkkommunikation“ ergab, dass hochfrequente elektromagnetische Felder von Mobiltelefonen sich nachteilig auf die Entwicklung der Leistung im figuralen Gedächtnis (d. h. die Fähigkeit, visuelle Eindrücke (Bilder, Formen, Muster, Strukturen zu speichern, wiederzuerkennen und zu benennen) auswirken. Wie zu erwarten, wiesen die Vieltelefonierer eine erhöhte Strahlenbelastung im Gehirn auf.

Die spannende Erkenntnis: Je mehr Telefonate, desto schlechter die Leistung im figuralen Gedächtnistest.

Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Strahlenbelastung in Haushalten und den Auswirkungen auf Säuglinge. Es wurden alle Strahlungsquellen im Haus incl. die Einstrahlung von Mobilfunkmasten erfasst. 105 Neugeborene wurden über ein Jahr in ihrer Entwicklung beobachtet. Besonders interessant: Da Säuglinge nicht selbst telefonieren, macht die Studie Aussagen zu den Auswirkungen der Umgebungsstrahlung. Die Strahlenbelastung betrug im Schnitt 8,66 mW/m2, sie schwankte zwischen 0,62 und 32,36 mW/m2. In den Bereichen „Kommunikation“ und „Grobmotorik“ war der Anteil der behandlungsbedürftigen Kinder (Klassifikation ‘monitor/refer’) mit Entwicklungsverzögerungen bei den stark bestrahlten Säuglingen höher als bei denen mit geringer Belastung, im Bereich „Problemlösung“ war der Unterschied statistisch signifikant. Die Autoren schlussfolgern, „dass höhere Strahlungswerte mit schlechteren Ergebnissen in kognitiven Entwicklungsbereichen wie Problemlösung und persönlichem und sozialem Verhalten assoziiert waren … Daher könnte es notwendig sein, die Überwachung der neurologischen Entwicklung bei Kindern in Betracht zu ziehen, bei denen eine höhere HF-EMF-Strahlung zu erwarten ist (z. B. in unmittelbarer Nähe von Mobilfunkmasten und bei zu vielen elektronischen Geräten im Haushalt).